Danksagung

Danksagungen an Freunde und Verwandte

Danke sagen an besondere Menschen
Foto: Kurt F. Domnik / www.pixelio.de

Wenn alle untreu werden,
So bleib‘ ich dir doch treu;
Daß Dankbarkeit auf Erden
Nicht ausgestorben sey.
Für mich umfing dich Leiden,
Vergingst für mich in Schmerz;
Drum geb‘ ich dir mit Freuden
Auf ewig dieses Herz.
Verfasser: Novalis (1772 – 1801)

Ein jeder rühmt die Dankbarkeit,
Und in der That läßt man sie selten blicken:
Wie ehrerbietig läßt die Welt sich vor dir bücken,
Bis du dich zeigst zu ihrem Dienst bereit:
Doch, nach dem allgemeinen Lauf,
Hört die Erkenntlichkeit auch mit der Wohltat auf.
Ja, mancher wird sich deiner schämen:
Er will bei dir in keinen Schulden stehn,
Ob er ich gleich im Unglück nicht entstehn,
Die Hilfe von dir anzunehmen.
Verfasser: Madame Antoinette du Ligier de La Garde Deshoulières (1637 – 1694)

Es muß schon eine hohe Seele sein, welcher die Dankbarkeit nicht ein peinliches Gefühl ist. Willst du dir Wohlwollen erwerben, so wirst du es klüger finden, Gunst zu empfangen, ja selbst zu erbitten, als solche zu erweisen; denn die Eitelkeit des Gebers ist immer geschmeichelt, die des Empfängers fast nie.
Verfasser: Edward George Earle Lord Bulwer-Lytton (1803 – 1873)

Ein Dank

Das macht mich, Liebste, oft beklommen:
Wie dankt dir würdig dies Gemüt?
Was hätte, wärst du nicht gekommen,
In meinem Garten wohl geblüht?
Und wenn du heut mich von dir stießest –
Ich war so reich durch deine Huld!
Und wenn du morgen mich verließest –
Ich bliebe doch in deiner Schuld!

Und willst du mich im Scheiden kränken,
Und ob du nimmer nach mir fragst –
Ich müßte dankbar noch gedenken,
Wie lieb du mir im Arme lagst,
Und wär‘ am Wagen deiner Siege
Mein Name nichts als eitle Zier,
Ich säh‘ dein Aug‘, wie einst, und schwiege
Und dächt‘ an einst und dankte dir.

Ich hab’s gefühlt in sel’gen Schauern:
Dies Glück war eine Stunde mein,
Doch war’s zu herrlich, um zu dauern,
Und war zu schön, um treu zu sein;
Noch im Besitz sah ich’s entschweben,
Genießend ahnt‘ ich den Verzicht –
So geht durch unser armes Leben
Das Göttliche, doch weilt es nicht.

Wer spürt der Ewigkeit Versprechen,
Schmückt froh der Frühling sein Revier?
Ein Maitag, drin die Knospen brechen
Und Falter schwärmen, warst du mir,
Und hat der Herbststurm mich verschlagen,
War nicht des Lenzes Sonne mein?
Und kommt der Frost in rauhen Tagen,
Soll ich dem Mai nicht dankbar sein?
Verfasser: Rudolf Presber (1868 – 1935)

Zwischen Himmel und Erde

Aus der Wüste aufgerichtet –
Strebt mein Leben in die Sterne,
Hat sich kühn ein Reich erdichtet,
Das sich dehnt zur fernsten Ferne.

Laut ruf ich des Himmels Kunde,
Durch der Erde weite Hallen,
Denn ich fühle mich im Bunde
Mit des Weltalls Wundern allen.

Fühl mich selber als ein Wunder:
Bald beschenkt und bald ein Schenker,
Fliegend auf und tauchend unter …
… Herr, bleib meines Lebens Lenker!
Verfasser: Karl Ernst Knodt (1856 – 1917)

Dankbarkeit ist eine Tugend. Wer dir Gutes getan hat, den ehre. Danke ihm nicht nur mit Worten, die ihm die Wärme deiner Erkenntlichkeit zeigen, sondern ergreife auch jede Gelegenheit, wo du ihm wieder dienen und nützlich werden kannst.
Verfasser: Adolph Freiherr von Knigge (1752 – 1796)

Weltweisheit

Es klingt ein Lied vom Himmel nieder
So wunderlieb, so klar, so rein,
Und deine Seele singts ihm wieder;
Sie will dem Himmel dankbar sein.
Die andern lauschen rings im Kreise;
Dann siehst du, daß sie lächelnd weitergehn.
Sie sind zu klug, sie sind zu weise,
Um das, was dich beseligt, zu verstehn.

Es kommt ein Strahl vom Himmel nieder;
Er leuchtet in dein Herz hinein,
Und dieses strahlt in andern wieder;
Es will dem Himmel dankbar sein.
Doch diese andern stehn im Kreise
Und lächeln über dich, das große Kind.
Sie sind zu klug, sie sind zu weise
Und drum für das, was dich beseligt, blind.

Und käm der Himmel selbst hernieder,
Um dankbar dann auch dir zu sein,
Und füllte alle deine Lieder
Mit seinem ganzen Sonnenschein,
Die andern ständen rings im Kreise
Und fiel das Lächeln ihnen wohl nun schwer,
Sie blieben doch so klug, so weise
Für das, was dich beseligt, wie vorher.
Verfasser: Karl Friedrich May (1842 – 1912)